Preview

Reduzierte Bodenbearbeitung im Biolandbau – Klimaaspekte

Die Umstellung vom Pflug auf eine reduzierte Bodenbearbeitung wird als Möglichkeit zur Minderung des Klimawandels im Zusammenhang mit einer erhöhten Humusanreicherung diskutiert. Ob reduzierte Bodenbearbeitungssysteme im biologischen Landbau zu einer erhöhten Lachgas-Entwicklung (N2O) führen, wurde bisher nur wenig beleuchtet. Im Langzeit-Bodenbearbeitungsversuch des FiBL in Frick wurden daher N2O-Emissionen über zwei Jahre hinweg und die Humusvorräte dreizehn Jahre nach Versuchsbeginn bis in eine Tiefe von 50 cm gemessen und mit weiteren mitteleuropäischen Studien verglichen. Die kürzlich publizierte Studie von Krauss et al. (2017) zeigt, dass es bei den N2O-Emissionen in der Weizen- und Kunstwiesenperiode keine Unterschiede zwischen den Bodenbearbeitungsverfahren gab. Einschliesslich einer Gründüngung waren die N2O-Emissionen während des gesamten Beobachtungszeitraums von zwei Jahren im reduzierten Verfahren leicht erhöht. Nach 13 Jahren Versuchszeit wurde in Frick eine Kohlenstoffanreicherung von 7–8 % in der Profiltiefe 0–50 cm im reduzierten System nachgewiesen. Im Schnitt von fünf mitteleuropäischen Studien zur reduzierten Bodenbearbeitung im Biolandbau wurde hingegen nur eine nicht signifikante Kohlenstoffanreicherung von 3 % berechnet. In allen Untersuchungen wurde eine deutliche Humusumverteilung im Bodenprofil beobachtet. Im System mit reduzierter Bodenbearbeitung und organischer Düngung im Biolandbau wird also wie im konventionellen Direktsaatverfahren Humus an der Oberfläche angereichert, die Bodenschutzziele sind damit erreicht. Wurden im Frick-Versuch die N2O-Emissionen mit der Kohlenstoffanreicherung verrechnet, ergab sich gegenüber dem Pflugverfahren im Schnitt eine Kohlenstoff-Sequestrierleistung von 1,8 t CO2-eq. ha–1 a–1 im reduzierten System und damit eine leicht positive Wirkung in Sachen Klimaschutz.

PDF-Vollversion

Zum kompletten Archiv