Plastikströme in der Schweizer Landwirtschaft und ihr Risikopotenzial für Böden

Plastikprodukte sind in unserem Alltag omnipräsent und auch in der modernen Landwirtschaft als vielseitige und effiziente Hilfsmittel schwer wegzudenken. Zusammen mit Littering und als Fremdstoffe in Gärgut- und Kompostdüngern sind sie aber auch die hauptsächlichen Quellen von Plastikeinträgen auf landwirtschaftliche Nutzflächen. Mit Hilfe einer Stoffstromanalyse wird in dieser Studie die jährlich auf landwirtschaftlichen Nutzflächen der Schweiz ausgebrachte Plastikmenge auf 16 000 t geschätzt. Davon verbleiben rund 160 t Plastik pro Jahr in den Böden, was über die Jahre zu einer maximalen Konzentration von bis zu 0,02 ± 0,01 % (200 ± 100 mg kg−1) führen kann. Die wenigen bisher verfügbaren ökotoxikologischen Studien beschreiben Effekte auf Bodenorganismen ab einem Plastikgehalt von 0,1 %. Somit besteht nach bisherigem Stand des Wissens kein Risiko für Bodenorganismen in der Schweiz. Für eine belastbarere Risikobetrachtung bedarf es allerdings vertiefter Untersuchungen zu Exposition und Effekten von Plastik in der landwirtschaftlichen Umwelt. Da dieser im Boden generell unerwünscht ist und dessen Abbau nur sehr langsam erfolgt, empfehlen wir zur Minimierung der Einträge die Anwendung von landwirtschaftlichen Plastikprodukten weiter zu optimieren und die Fremdstoffanteile in Gärgut- und Kompostdüngern weiter zu reduzieren.

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