Preview
Beitrag von Agroscope

Raps-Untersaat zur Bekämpfung adulter Erdflöhe, einem Rapsschädling

Raps-Untersaat – Begleitpflanzen in einer Rapskultur – reduziert Frassschäden durch adulte Erdflöhe, wie eine Agroscope-Studie zeigt. Der Einsatz von Pflanzenschutzmitteln und die Entstehung resistenter Schädlinge könnten so reduziert werden.

Agroscope führte von 2014 bis 2017 eine Studie zum Rapsanbau mit Untersaat durch, um Erdflöhe – bedeutende Schädlinge von Rapskulturen – mit einem integrierten Ansatz zu bekämpfen. Diese Käferarten lassen sich in zwei Gruppen aufteilen: Arten des Kohlerdflohs und der Rapserdfloh. Im Adultstadium verursachen diese Arten Schäden, wenn sie sich von jungen Trieben ernähren. Im Larvenstadium kann nur der Rapserdfloh, der im Inneren der Stängel überwintert, zu grossen Ernteverlusten führen. Die Forschenden testeten zwei Mischungen von Begleitpflanzen: Alexandrinerklee und Ramtillkraut einerseits und zusätzlich Buchweizen, Linse, Wicke, Platterbse und Ackerbohne andererseits.

Die Zahl der von adulten Erdflöhen attackierten Pflanzen nahm im Vergleich zur reinen Rapskultur unabhängig von der Begleitpflanzenmischung ab. Dieses Ergebnis könnte sich durch eine geruchliche und visuelle Verwirrung durch die Begleitpflanzen erklären lassen, wodurch diese Schadinsekten von ihrer Zielpflanze abgelenkt werden.

Durch die Untersaat liess sich dagegen die Anzahl der Larven auf den einzelnen Pflanzen nicht reduzieren. Da die Larven bedeutende Ernteausfälle verursachen, müssen neue Wege gesucht werden, um diese zu bekämpfen.

Es laufen gegenwärtig neue Versuche, um festzustellen, ob andere Begleitpflanzen die Schäden durch die Larven vermindern könnten. Frostempfindliche Kreuzblütler wie Gelbsenf, Rettich oder Rübse könnten die Schädlinge durch ihren hohen Gehalt an Senfölglycosiden, die von diesen Käfern geschätzt werden, von den Rapspflanzen ablenken.

Die Autoren der Studie schlagen vor, auch die Wirkung von Blühstreifen und Ackerbohnen zu untersuchen. Diese Pflanzen könnten Nützlinge begünstigen, die sich von Erdflöhen im Adult- oder Larvenstadium räuberisch ernähren oder diese parasitieren. Sie schlagen schliesslich vor, frostunempfindlichere Begleitpflanzen zu testen, um den Verwirrungseffekt durch die Untersaat bis Ende Jahr aufrechtzuerhalten und dadurch die Zahl der Rapserdflohlarven zu vermindern.

Weniger Pflanzenschutzmittel

Die in Changins (VD) durchgeführte Studie zeigt das Potenzial der Untersaat für einen natürlichen Pflanzenschutz. Dieser Ansatz steht in Einklang mit dem Aktionsplan Pflanzenschutzmittel 2017, dessen Ziel die Reduktion der Risiken und die nachhaltige Anwendung von Pflanzenschutzmitteln ist. Mehr als je sind innovative Strategien auf der Grundlage der Interaktionen zwischen den Arten, der Landschaft und den Anbaumethoden erforderlich.

Früher erfolgte die Bekämpfung von Erdflöhen über die Beizung des Rapssaatguts mit einem Produkt auf der Basis von Neonicotinoiden – Insektizide, deren Anwendung in der Schweiz 2013 suspendiert und 2018 ganz verboten wurden. Seither lässt sich ein Anstieg der Anwendungen von Pyrethroiden beobachten, die einzigen in der Schweiz zugelassenen Produkte gegen Erdflöhe. In Europa jedoch bereits Fälle von Resistenzen aufgetreten.

Agroscope führt verschiedene Versuche durch, um nachhaltige Alternativen zu finden.

Fazit

  • Nach diesen ersten Ergebnissen müssen nun die Begleitpflanzenmischungen  von Raps weiter verbessert werden. Agroscope arbeitet an diesem Ziel mit verschiedenen Ansätzen:
  • Nutzung von Push-Pull-Effekten: Bestimmte Pflanzen ziehen Räuber oder Parasitoiden von Erdflöhen in Rapsfeldern an. Fallenpflanzen, wie Rettich oder Gelbsenf, ziehen die Erdflöhe an und lenken sie damit von Rapspflanzen ab.
  • Einsatz von etwas frostunempfindlicheren Pflanzen in den Begleitpflanzenmischungen. Dadurch könnte der Verwirrungseffekt bis zum Ende der Eiablage verlängert und die Zahl der Larven des Grossen Rapserdflohs möglicherweise verringert werden.

Wissenschaftlicher Artikel

Raps-Untersaat zur Bekämpfung adulter Erdflöhe, einem Rapsschädling

Wissenschaftlicher Artikel herunterladen (299 Kb.) Deutsch

Zum kompletten Archiv