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Beitrag von Agroscope

Digitale Technologien in der Schweizer Nutztierhaltung

Für eine moderne Bewirtschaftung von Betrieben sind digitale Technologien eine Chance. Dafür müssen bereits verfügbare Technologien in der Praxis auch Anwendung finden. Eine Agroscope-Umfrage zeigt den Status quo der Technologienutzung.

Digitalisierung im Kontext landwirtschaftlicher Prozesse umfasst den Einsatz einer Vielzahl neuer Technologien wie Sensoren und elektronische Messeinrichtungen, Roboter aber auch Informations- und Kommunikationstechnologien. Die Relevanz dieser Technologien für die Schweizer Landwirtschaft ist dann gegeben, wenn die Anwendung dabei hilft agrarpolitische Ziele zu erreichen und die Wettbewerbsfähigkeit der Schweizer Landwirtschaft zu verbessern.

Praxis-Umfrage zur Mechanisierung und Digitalisierung

Zur Erfassung des Status quo in der Schweiz wurden Teile einer gross angelegten Studie von Agroscope aus dem Jahr 2018 zum Stand der Mechanisierung und Digitalisierung der Schweizer Landwirtschaft ausgewertet. Unter anderem erfolgte eine Befragung von Landwirten mit den Betriebszweigen Milchvieh, Milchziegen, Mutterkühe, Mastrinder und Fleischschafe hinsichtlich ihres Einsatzes von Sensoren und Messeinrichtungen, elektronischen Kontrollen und Datenverarbeitungsoptionen auf ihrem Betrieb.

Digitale Technologien werden vermehrt in der Milchwirtschaft genutzt

Die Ergebnisse zeigen, dass digitale Technologien, die beim Melken eingesetzt werden, weiterverbreitet sind als Technologien zum Tiermonitoring, der Aktivitätserfassung oder anderer Betriebsmanagementbereiche. Daraus ergibt sich auch, dass der Digitalisierungsgrad zwischen verschiedenen Betriebszweigen stark variiert, mit einer hohen Adoption im Bereich Milchvieh im Vergleich zu den anderen Betriebszweigen. Bereits 68 % der Landwirte in der Milchviehhaltung haben angegeben, dass sie mindestens eine der abgefragten Technologien nutzen, wobei ein Melkroboter von nur 6 % der Milchviehhalter eingesetzt wird. Damit liegt dessen Einsatz im internationalen Vergleich eher im unteren Bereich. Finanzielle Aspekte sowie Benutzerfreundlichkeit und die physische Arbeitsentlastung sind mögliche Einflussfaktoren für die Implementierung digitaler Technologien. Während die Arbeitserleichterung durch einen Technologieeinsatz beim Melken schnell ersichtlich wird, erfordert der Einsatz von datenverarbeitenden Technologien mehr Knowhow, bis sich Vorteile aus der Nutzung ergeben. Spezialisierte Betriebe setzen derzeit am häufigsten digitale Technologien ein. Auch die Haltungsform der Tiere beeinflusst die Nutzung digitaler Technologie, so dass Betriebe mit Anbindehaltung weniger oft Technologien nutzen als Betriebe mit Laufställen.

Fazit

  • Die Anwendung digitaler Technologien variiert zwischen verschiedenen Betriebszweigen der Wiederkäuerhaltung.
  • Im Melkstand integrierte, einfach zu nutzende Sensoren und Messeinrichtungen kommen öfter zum Einsatz als alle anderen Technologien.
  • Betriebe mit Laufställen wenden digitale Hilfsmittel häufiger an als solche mit Anbindeställen.

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Digitale Technologien in der Schweizer Nutztierhaltung

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