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Beitrag von Agroscope

Wie digitalisiert sind die Schweizer Pflanzenbaubetriebe?

Digitale Technologien sind feste Bestandteile der modernen Landwirtschaft. Doch in welchem Umfang werden sie in der Schweiz bereits genutzt? Eine Umfrage von Agroscope liefert Antworten.

Digitale Technologien reduzieren die physische Arbeitsbelastung in der Landwirtschaft und tragen zu einer ressourcenschonenden Bewirtschaftung der Felder bei.  Basierend auf pflanzen- oder bodenbezogenen Daten können zusätzlich Managemententscheidungen optimiert werden. Die Grundlage dafür ist die Anwendung in der landwirtschaftlichen Praxis.  

Einsatz in der Praxis

Basierend auf repräsentativen Umfrageergebnissen wurde unter anderem der Einsatz von Fahrerassistenzsystemen und Aktivitäten in denen elektronische Messsystemen, wie beispielsweise Stickstoffsensoren, an den Maschinen zum Einsatz kommen in folgenden Betriebszweigen untersucht: Ackerbau, Futterbau, Gemüsebau, Weinbau, Obstbau und Erdbeeranbau. Die Umfrageergebnisse wurden mit Strukturdaten der Betriebe verknüpft, um Betriebs- und Betriebsleitercharakteristika zu identifizieren, die mit der Technologieadoption zusammenhängen.

Fahrerassistenzsysteme häufiger im Einsatz als Messsysteme

Die Ergebnisse zeigen deutlich, dass Fahrerassistenzsysteme weiterverbreitet sind als elektronische Messsysteme an den Maschinen. Der Tempomat ist das am häufigsten genutzte Fahrerassistenzsystem und auch Rückfahrkameras für Ackerkulturen werden ähnlich häufig eingesetzt. Über alle Betriebszweige hinweg ist die Einzelkornsaat und die Feuchtemessung des Erntegutes die häufigste Anwendung von Messsystemen, aber die Verbreitung ist vergleichsweise gering. Damit liegt der Nutzen der Technologien vor allem bei der Verringerung der physischen Arbeitsbelastung und weniger bei der Unterstützung von Ernte- oder Managemententscheidungen. Im Allgemeinen wurden digitale Technologien im Gemüsebau und Ackerbau häufiger genutzt als in den übrigen pflanzenbaulichen Betriebszweigen. Neben dem Betriebszweig sind die Betriebsgrösse und die Lage wichtige Faktoren im Hinblick auf die Technologienutzung. Verglichen mit Talbetrieben und Betrieben mit zwischen 10 bis 20 Hektaren, kommen digitale Technologien in Bergbetrieben und kleinen Betrieben (<3 ha) weniger oft zum Einsatz, dafür steigt die Nutzung bei Betrieben über 20 Hektaren. Um Betrieben aller Betriebsgrössen einen Nutzen aus digitalen Technologien zu ermöglichen, sollten Lösungen für kleine, diversifizierte Betriebe gefunden werden sowie persönliche Beweggründe ausfindig gemacht werden, die die Adoptionsentscheidung beeinflussen.

Fazit

  • Fahrerassistenzsysteme sind weiterverbreitet als vernetzte, sensorbasierte Technologien zur Unterstützung bei Managemententscheidungen.
  • Der Gemüsebau nimmt im Hinblick auf die Nutzung digitaler Technologien eine Spitzenposition ein.
  • Überdurchschnittlich grosse Betriebe und Talbetriebe nutzen digitale Technologien häufiger als kleine Betriebe oder Bergbetriebe.

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Wie digitalisiert sind die Schweizer Pflanzenbaubetriebe?

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