Preview
Beitrag von Agroscope

Rohrschwingel: Zwei sehr gute Neuzüchtungen ergänzen die Liste der empfohlenen Sorten

Rohrschwingel wird als ertragreiches, robustes Futtergras geschätzt. Für den Kunstfutterbau gefragt sind feinblättrige und gehaltreiche Sorten, die vom Vieh gerne gefressen werden. Die jüngste Sortenprüfung von Agroscope bringt zwei neue Topsorten hervor.

Der Rohrschwingel (Festuca arundinacea Schreber) ist ein vielseitig verwendbares, robustes Futtergras mit hohem Ertragsvermögen. Er erträgt sowohl feuchte als auch trockene, warme als auch kühle Bedingungen sehr gut. Wegen seiner groben Blätter der Wildformen, die vom Vieh verschmäht werden, wird der Rohrschwingel in der Praxis zu Unrecht als Futtergras von mittlerer Qualität eingestuft. Dank der grossen Anstrengungen, welche die Futterpflanzenzüchtung in den vergangenen Jahren unternommen hat, gibt es heute moderne Zuchtsorten, die deutlich feinere Blätter aufweisen als die Wildform und vom Vieh auf der Weide gerne gefressen werden. Für die erfolgreiche Verwendung des Rohrschwingels in Mischungen sind solche Sorten gefragt, die zudem robust, ausdauernd und ertragreich sind.

Sorten in dreijährigen Feldversuchen geprüft

Von 2017 bis 2019 prüfte Agroscope 13 neue Sorten von Rohrschwingel, zwei Sorten von «Festulolium»-Hybriden (Kreuzung von Rohrschwingel mit Italienischem Raigras) und sechs bereits empfohlene Sorten. Die Versuche wurden auf Kleinparzellen an vier Standorten des Mittellandes durchgeführt. Untersucht wurden dabei folgende Eigenschaften: Güte des Pflanzenbestandes, Ertrag, Jugendentwicklung, Konkurrenzkraft, Ausdauer, Resistenz gegen Winterhärte und Blattkrankheiten, Blattfeinheit und Verdaulichkeit.

Spitzenplätze für die Sorten RGT Nouga und RGT Philona

Neu empfohlen werden die beiden Neuzüchtungen «RGT Nouga» und «RGT Philona». Unter sämtlichen geprüften Sorten belegten die beiden Kandidaten die Spitzenplätze. «RGT Nouga» schnitt betreffend Güte, Jugendentwicklung, Ausdauer, Krankheitsresistenz, Verdaulichkeit und Blattfeinheit als beste und in der Konkurrenzkraft als zweitbeste Sorte ab. «RGT Philona», die zweitbeste aller geprüften Sorten, erzielte ebenfalls sehr gute Ergebnisse und war in fast allen Eigenschaften besser als der Durchschnitt der empfohlenen Sorten. Nur in der Güte und der Ausdauer war sie auf dem gleichen Niveau wie der Standard.

Eine weitere interessante Neuzüchtung, die Sorte «Paolo», kann nicht auf die Sortenliste gesetzt werden, obwohl sie aufgrund der erzielten Ergebnisse die Voraussetzungen dafür erfüllt hätte. Wegen der Beschränkung der Anzahl empfohlenen Sorten figuriert sie als Ersatzsorte und würde bei einem allfälligen Wegfall einer anderen Sorte automatisch als empfohlene Sorte nachrutschen.

Dauphine ab 2023 nicht mehr empfohlen

Die bisher empfohlene Sorte «Dauphine» verliert aufgrund ungenügender Ergebnisse hinsichtlich Verdaulichkeit, Resistenz gegen Blattkrankheiten und Jugendentwicklung die Sortenempfehlung.

Fazit

  • Der Rohrschwingel ist ein wichtiger Partner in den Mischungen des Standardmischungsprogramms von Agroscope, vor allem für Weidemischungen mit intensiver Nutzung unter feuchten bis trockenen Bedingungen.
  • Züchtungserfolge ergeben feinblättrige Sorten des Rohrschwingels, die vom Vieh gerne gefressen werden.
  • Agroscope hat von 2017 bis 2019 insgesamt 21 Sorten von Rohrschwingel geprüft.
  • Die beiden Neuzüchtungen «RGT Nouga» und «RGT Philona» überzeugen mit ausserordentlich guten Ergebnissen und werden neu in die Liste der empfohlenen Futterpflanzensorten aufgenommen.
  • Mit der Neuzüchtung «Paolo» steht eine weitere interessante Sorte als Ersatz bereit, falls eine der empfohlenen Sorten in den nächsten Jahren zurückgezogen werden sollte.
  • Die Standardsorte «Dauphine» wird aus der Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen gestrichen. Sie kann noch bis Ende 2022 als empfohlene Sorte gehandelt werden.

Wissenschaftlicher Artikel

Rohrschwingel: Zwei sehr gute Neuzüchtungen ergänzen die Liste der empfohlenen Sorten

Wissenschaftlichen Artikel herunterladen (201 Kb.) Deutsch

Wissenschaftlichen Artikel herunterladen (199 Kb.) Französisch

Zum kompletten Archiv