Leistungsfähigkeit von trockenheitstoleranten Kulturen des Zwischenfutterbaus
Foto: Massimiliano Probo,
Agroscope
Der Klimawandel gefährdet die stabile Produktion des Futterbaus. Die Einführung von trockenheitstoleranten Zwischenkulturen ist eine Anpassungsstrategie, mit der die Ernährung des Viehs sichergestellt werden kann.
Der Futterbau kann durch den Klimawandel erheblich beeinträchtigt werden, insbesondere durch immer häufigere und ausgeprägtere Phasen von Sommertrockenheit, die sich mit intensiveren Regenfällen abwechseln. Dies gefährdet die Versorgung des Viehs mit Raufutter und schwächt die Widerstandsfähigkeit der Schweizer Viehhaltungssysteme. Angesichts dieser Herausforderungen scheint der Anbau von trockenheitstoleranten Zwischenkulturen eine vielversprechende Anpassungsstrategie zu sein.
Test von fünf an Trockenheit angepassten Zwischenkulturen
In dieser Studie wurde die klassische Zwischenkultur Wicke-Hafer-Erbsen-Gemenge mit fünf anderen Zwischenkulturen verglichen, die als trockenheitsresistent gelten: Hybridsorghum mit Perser- und Alexandrinerklee, Sudangras, Rauhafer mit Inkarnatklee, Moha und Perlhirse. Der Versuch fand in der Region Jura bei den sehr unterschiedlichen klimatischen Bedingungen der beiden Sommer 2021 und 2022 statt.
Der Ertrag an Trockensubstanz (TS) unterschied sich zwischen den getesteten Zwischenkulturen, jedoch nicht zwischen den beiden Jahren. Im Durchschnitt wiesen Moha, Hybridsorghum mit Perser- und Alexandrinerklee und Wicke-Hafer-Erbsen-Gemenge mit Werten zwischen 26 und 29 dt TS pro ha den höchsten Ertrag auf.
Die Wicke-Hafer-Erbsen-Kultur wies den höchsten Rohproteingehalt (172 g Rohprotein/kg TS) sowie den niedrigsten Fasergehalt auf, vergleichbar mit Hybridsorghum mit Perser- und Alexandrinerklee. Bei beiden Verfahren lagen die Erträge an Rohprotein im Durchschnitt bei 430 kg pro ha., was zur Sicherstellung einer genügenden Eiweissversorgung beiträgt.
Hybridsorghum mit Klee: eine interessante Alternative zu Wicke-Hafer-Erbsen-Gemenge
Die Kombination von Hybridsorghum mit Perser- und Alexandrinerklee hat sich als interessante Alternative zum Wicke-Hafer-Erbsen-Gemenge erwiesen, mit einer guten Anpassung an wechselnde klimatische Bedingungen. Aufgrund der Toleranz von Hybridsorghum gegenüber Trockenheit und der guten Ergänzung des Wachstums mit Perser- und Alexandrinerklee kann ein ausreichender Ertrag und eine zufriedenstellende Futterqualität erreicht werden. Dagegen waren die Erträge und die Futterqualität der Zwischenkulturen mit Rauhafer, Sudangras und Perlhirse in diesem Versuch nicht zufriedenstellend.
Fazit
- Hybridsorghum in Verbindung mit Perser- und Alexandrinerklee ist eine interessante Alternative zum Wicke-Hafer-Erbsen-Gemenge, die sowohl einen zufriedenstellenden Ertrag und eine gute Futterqualität auch unter stark wechselnden klimatischen Bedingungen bietet.
- Die Beimengung von Leguminosen in Futtermischungen verbessert den Rohproteingehalt, da sich die Futterpflanzenarten funktionell ergänzen.
- Die Diversifizierung von Zwischenkulturen kann dazu beitragen, die Risiken unvorhersehbarer klimatischer Ereignisse abzufedern und so die Widerstandsfähigkeit von Futterbausystemen zu stärken.
Literaturhinweis
Performance de cultures dérobées fourragères adaptées aux conditions sèches.



