Stabilere Backqualität von Weizen dank Sortenmischungen
Foto: Carole Parodi,
Agroscope
Sortenmischungen bilden eine effiziente Strategie zur Abmilderung der Auswirkungen wechselnder abiotischer Bedingungen und zur Beibehaltung einer stabilen Mehlqualität, wie eine Studie von Agroscope zeigt.
Die Diversifizierung der Agrarsysteme stellt ein vielversprechendes Mittel dar, um die Resilienz der Landwirtschaftsproduktion zu steigern. Insbesondere Sortenmischungen wecken in Europa als praktische Möglichkeit zur Stabilisierung des Weizenertrags wachsendes Interesse. Ihr Einfluss auf die Backqualität von Weizen ist jedoch bislang kaum dokumentiert.
Die Studie untersuchte die Auswirkungen der Sortenmischungen auf die Qualität von Körnern und Mehl sowie auf die Stabilität von deren Qualität. Das Experiment umfasste acht in Reinkultur angebaute Schweizer Weizensorten (Molinera, Bodeli und CH211.14074 in der Klasse TOP, Schilthorn, Falotta, Campanile und CH111.16373 in der Klasse 1 und Colmetta in der Klasse 2) in allen möglichen Mischungen von zwei Sorten sowie in einer Mischung von acht Sorten. Der Versuch wurde während drei Jahren (2020/2021, 2021/2022 und 2022/2023) an drei unterschiedlichen Standorten durchgeführt (Changins, Delley und Utzenstorf). So konnte die Stabilität der Backqualität in den Mischungen und Reinkulturen beurteilt werden.
Konstante Qualität in den Mischungen
Die Ergebnisse zeigen, dass sich die Mischungen im Durchschnitt verglichen mit den Reinkulturen unverändert oder leicht negativ auf die meisten Mehlqualitätsparameter auswirkten.Die Studie zeigt bei Mischungen aus zwei Sorten, dass die Qualitätseinstufung der niedrigsten Qualitätsklasse ihrer Bestandteile entspricht (eine Mischung C1-TOP würde z. B. als C1 eingestuft werden, C1-C2 als C2 und C2-TOP als C2). Allerdings ist auch zu beachten, dass Mischungen derselben Qualitätsklasse in dieser Klasse verbleiben (d. h. eine TOP-TOP-Mischung bleibt als TOP eingestuft). Zudem erzielten Mischkulturen der Studie zufolge generell einen vergleichbaren Ertrag wie Reinkulturen.
Diese Auswirkungen waren nicht auf Änderungen des Sortenverhältnisses in den Mischungen zurückzuführen, sondern auf sortenspezifische Reaktionen auf den Anbau in einer Mischung.
Höhere Stabilität in unterschiedlichen Umgebungen
Durch die Mischungen konnte die Qualitätsbeständigkeit unter allen untersuchten Umweltbedingungen verbessert werden. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Mischungen Umweltveränderungen durch die Kompensation der Sorten abmildern, während Reinkulturen aufgrund ihrer einheitlichen Reaktion eher extreme (hohe oder niedrige) Qualitätswerte aufweisen.
So eignen sich Sortenmischungen womöglich besonders gut für variierende Umgebungen, in denen sie wahrscheinlich eine besser vorhersehbare Leistung erzielen als Reinkulturen. Das Konzept wurde mit Blick auf die Ertragsstabilität bei Sortenmischungen bereits umfassend untersucht und bestätigt; laut unseren Ergebnissen gilt dies auch für die Qualitätsparameter. Die Sortenvielfalt bietet also neben der Produktivität noch weitere Vorteile.
Fazit
- Die Mischung verschiedener Weizensorten hat verglichen mit Reinkulturen keinen Einfluss auf die Mehlqualität.
- Die Qualität einer Mischung entspricht in etwa der Qualität ihres qualitativ schwächeren Bestandteils.
- Sortenmischungen stabilisieren die Mehlqualität in veränderlichen Umgebungen – ein Hinweis darauf, dass sie die Auswirkungen abiotischer Schwankungen auf die Backqualität abmildern können.
Literaturhinweis
Cultivar mixtures stabilize wheat baking quality.



