Agroscope

Langzeitstudie zum Agrarumweltmonitoring zeigt ökologische Fortschritte

Indikatoren eines 14-jährigen Monitoringprogramms zeigen Verbesserungen in den Bereichen Klima, Wasser, Boden und in der Nahrungsmittelversorgung.

Die Landwirtschaft wirkt in vielfältiger Weise auf Umwelt und natürliche Ressourcen – von Nährstoffeinträgen und Pflanzenschutzmitteln bis zu Bodenbearbeitung und Biodiversitätsförderung. Gleichzeitig ist sie selbst auf intakte Ökosysteme angewiesen, um nachhaltig produzieren zu können. Ein kontinuierliches Monitoring dieser Umweltwirkungen ist daher zentral, um Entwicklungen zu beobachten und die Zielerreichung der Agrarpolitik gemäss der Verordnung über die Nachhaltigkeitsbeurteilung zu überprüfen.

Umweltwirkungen der Landwirtschaft: Langzeitdaten aus dem Betriebsnetz

Die Schweiz nutzt verschiedene Monitoringprogramme, die Umweltzustände direkt messen oder Umweltwirkungen mittels Agrarumweltindikatoren indirekt erfassen. Über 14 Jahre wurden auf rund 300 Landwirtschaftsbetrieben umfangreiche Bewirtschaftungsdaten erhoben und daraus Agrarumweltindikatoren berechnet, die regionale Aussagen ermöglichten.. Eine innovative statistische Methode erlaubte verlässliche Zeitreihen, obwohl nicht jedes Jahr dieselben Betriebe am Programm teilnahmen.

Mehrheitlich positive Entwicklungen der Umweltindikatoren

Die meisten der 13 Indikatoren zeigen eine Verbesserung im Zeitverlauf. Besonders deutliche Fortschritte gab es beim Pflanzenschutzmitteleinsatz (-31 %), der Humusbilanz (+25 %) und der Stickstoffbilanz (-11 %). Diese Trends deuten auf eine zunehmend umweltschonendere Bewirtschaftung hin. Auch die produzierte Energie für die menschliche Ernährung nahm über die Zeit zu. Damit wird deutlich, dass die verbesserten Umweltwirkungen nicht zulasten der Lebensmittelversorgung gingen.

Vergleich mit nationalen Trends zeigt Übereinstimmungen und Divergenzen

Für vier der untersuchten Indikatoren existieren nationale Pendants. Diese nationalen Indikatoren basieren auf anderen Daten und erlauben eine unabhängige Validierung der Indikatoren des Betriebsnetzes. Während Ammoniak- und Treibhausgasemissionen ähnliche Trends wie das Betriebsnetz aufweisen, unterscheiden sich die Phosphorbilanz-Zeitreihen deutlich. Diese Abweichungen sind auf die Zusammensetzung des Betriebsnetzes (Fokus auf dominante Betriebstypen) und auf Unsicherheiten einzelner Datengrundlagen (z. B. Graslanderträge) zurückzuführen. Mit dem neuen Monitoring des Agrarumweltsystems Schweiz (MAUS), das bestehende Daten und eigene Erhebungen kombiniert, ist zukünftig eine teilweise verbesserte Übereinstimmung zwischen dem regionalen und nationalen Monitoring zu erwarten.

Fazit

  • Auf der Basis von Bewirtschaftungsdaten aus durchschnittlich 300 Höfen während 14 Jahren konnten mithilfe einer innovativen statistischen Methode verlässliche Agrarumwelt-Zeitreihen berechnet und evaluiert werden – trotz wechselnder Betriebsteilnahme.
  • Die Auswertungen zeigen klare Verbesserungen bei den meisten Agrarumweltindikatoren. Besonders deutliche Fortschritte gab es beim Pflanzenschutzmitteleinsatz (-31 %), der Humusbilanz (+25 %) und der Stickstoffbilanz (-11 %).
  • Für einige Indikatoren existieren nationale Vergleichswerte, die auf anderen Daten beruhen. Während Ammoniak- und Treibhausgasemissionen ähnliche Entwicklungen zeigen, weichen die Phosphorbilanztrends deutlich ab.
  • Die Ergebnisse zeigen, dass landwirtschaftliche Betriebe gleichzeitig in mehreren Umweltdimensionen und in der Nahrungsmittelversorgung Fortschritte erzielen können.
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