Agroscope, BFH-HAFL, Agridea, BLW, barto AG, Schweizer Bauernverband SBV, Weinbauzentrum Wädenswil, Robert Aebi AG, fenaco

Die digitale Transformation der Schweizer Agrar- und Ernährungswirtschaft

Dieser Artikel beschreibt, wie sich die Digitalisierung in der Schweizer Landwirtschaft von 2018 bis heute entwickelt hat. Es werden Massnahmen aufgezeigt, die für eine erfolgreiche digitale Transformation notwendig sind.

Die Zusammenarbeit aller Akteure der Schweizer Agrar- und Ernährungswirtschaft ist entscheidend, um Lücken bei der Technologieeinführung zu schliessen, allen Betrieben gleiche Chancen der Partizipation an technologischen Innovationen zu ermöglichen und Macht-Asymmetrien zu vermeiden. Dafür müssen verschiedene Technologien in neue Produktionsprozesse integriert werden, die Technologieentwicklung an den Bedürfnissen der Landwirtinnen und Landwirte ausgerichtet sein, die Aus- und Weiterbildung im Bereich Digitalisierung gestärkt werden und die Agrarpolitik den digitalen Fortschritt berücksichtigen. Gleichzeitig muss der Datenschutz gewährleistet sein und alle Beteiligten im Landwirtschaftlichen Informations- und Wissenssystem (LIWIS) gemeinsam die digitale Transformation unterstützen.

Grafik 1: Die Meilensteine der Digitalisierung der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft

Technologiefokus in der Schweizer Landwirtschaft seit den 1990er Jahren

Seit der Lancierung der Charta «zur Digitalisierung der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft» 2018 hat sich sehr viel getan. Derzeit befindet sich das Transformationsprogramm DigiAgriFoodCH in der Umsetzung. Und es existieren diverse Datenplattformen: Das Agrarpolitische Informationssystem der Schweiz (AGIS) und das Portal AGATE (Agriculture, Animaux, Aliments) sind zwei der relevantesten Datenplattformen. Das Masterdatenkonzept von 2017 bildet die Grundlage für technische Weiterentwicklungen und mit «Meine Agrardatenfreigabe» (MAF) können die Betriebsleitenden seit 2021 über agate.ch ihre Daten mit geringem administrativem Aufwand für Dritte freigeben.

Dialogförderung in der Schweizer Landwirtschaft seit 2018

Seit 2018 fördert die Chartagemeinschaft Digitalisierung einen strukturierten Dialog zwischen Akteuren der Schweizer Land- und Ernährungswirtschaft. Die Zusammenarbeit und das Bewusstsein für die Digitalisierung werden gestärkt, Handlungsbedarf wird aufgezeigt und gemeinsam Projekte lassen sich umsetzen. Ein politischer Vorstoss von 2019 regte die Prüfung zur Schaffung eines Kompetenzzentrums für landwirtschaftliche Daten an.

Institutionalisierung der Digitalisierung seit 2022

Folgend den Empfehlungen des Postulatsberichts gründete das BLW 2022 den Direktionsbereich ‘Digitalisierung und Datenmanagement’ und betraute ihn unter anderem mit dem Aufbau eines Kompetenzzentrums. Seit 2023 werden im Rahmen des Transformationsprogramms DigiAgriFoodCH sechs sektorrelevante Massnahmen umgesetzt, die Datennutzung, Interoperabilität, Innovation und nutzerfreundliche digitale Prozesse in den Vordergrund stellen.

Umsetzung des Transformationsprogramms DigiAgriFoodCH seit 2025

Bisher wurden Datenstandards für die Schweizer Landwirtschaft publiziert. Der Datenübertragungsdienst agridata.ch für sicheren, systemübergreifenden Datenaustausch ist in Betrieb. Zudem stellt die Informations- und Kommunikationsplattform DigiAgriFoodCH Wissen bereit, organisiert aber auch Veranstaltungen und bietet Vernetzungsmöglichkeiten. Ausserdem ermöglicht die Interoperabilitätsplattform I14Y die Harmonisierung und Auffindbarkeit von Behörden- und Agrardaten.

Fazit

  • Seit der Gründung der Charta Digitalisierung 2018 wurde die digitale Transformation mit DigiAgriFoodCH professionalisiert.
  • Das Transformationsprogramm DigiAgriFoodCH legt klare Zuständigkeiten fest, definiert Massnahmen und bildet den Rahmen für deren Umsetzung.
  • Nur durch eine Zusammenarbeit aller Akteure im Landwirtschaftlichen Informations- und Wissenssystem kann die Digitalisierung nachhaltig und zielgerichtet umgesetzt werden.
  • Die an den Bedürfnissen der Landwirtinnen und Landwirten ausgerichtete Weiterentwicklung von Technologien und Produktionsprozessen sowie die Standardisierung und der Austausch von Daten schaffen echten Mehrwert.
  • Vertrauen und Akzeptanz in digitale Technologien und deren Nutzung müssen gestärkt werden, damit die digitale Transformation erfolgreich vorangetrieben werden kann.

Zum kompletten Archiv