Agroscope, Trinity College Dublin, Teagasc, Universität Aarhus, TUM, Versuchszentrum Laimburg, etc.

Anpassungsfähig und ertragreich – vielfältige Mischungen machen Ansaatwiesen fit für den Klimawandel

Mischungen aus mehreren Futterpflanzen steigern systematisch den Ertrag, bei geringerem Düngereinsatz. Höhere Temperaturen verstärken die Vorteile dieser Mischungen. Sie sind somit ein Schlüssel zur Anpassung an den Klimawandel.

In Mischung angebaute Futterpflanzen verbessern die Ressourceneffizienz. Agroscope untersuchte dies in einer globalen Studie, die kürzlich in der Zeitschrift Science veröffentlicht wurde. Mischungen aus mehreren Futterpflanzen steigern systematisch den Ertrag, bei geringerem Düngereinsatz. Höhere Temperaturen verstärken die Vorteile dieser Mischungen, weshalb sie ein Schlüssel zur Anpassung an den Klimawandel sind.

Weltweites Netz von 26 Versuchsstandorten

Die Studie fasst die Ergebnisse eines global angelegten Experiments zusammen, das an 26 Standorten in der gemässigten Klimazone rund um die Welt durchgeführt wurde. Agroscope, das Kompetenzzentrum des Bundes für landwirtschaftliche Forschung, führte das Experiment zusammen mit Partnern aus Europa, Nordamerika, China und Neuseeland durch.

Sechs Arten geben mehr Ertrag als eine bis zwei

In der Schweiz werden in der Fruchtfolge ausschliesslich Mischungen aus mehr als zwei Futterpflanzen angesät. In vielen anderen Ländern werden einfachheitshalber meistens Gras-Monokulturen angesät, die viel Stickstoffdünger benötigen, oder eine Kombination aus nur einer Gras- und einer Kleeart. Die Schweizer Strategie der Mischungen aus mehreren Arten setzt sich jetzt nun auch international durch. Die Forschenden untersuchten, welche Mischungen aus bis zu sechs Futterpflanzenarten den Ertrag verbessern und gleichzeitig die Abhängigkeit von Stickstoffdüngern verringern können.

Die Ergebnisse zeigten, dass Wiesenmischungen aus mehreren Arten aufgrund nutzbringender Wechselwirkungen zwischen den Arten höhere Erträge erzielten als die Monokulturen. Der Mischungsertrag war viel höher als die Summe der einzelnen Teile. Eine Mischung aus Gräsern, Kleearten und Kräutern lieferte 11 % mehr Ertrag als eine Grasmonokultur, die mehr als doppelt so viel Stickstoffdünger erhielt, und 18 % mehr Ertrag als eine einfache Gras-Klee-Mischung bei gleicher Düngung.

Je wärmer, desto grösser der Ertragsvorteil von Mehrartenmischungen

Als weitere gute Nachricht zeigt die Studie, dass wärmere Temperaturen die Vorteile von Mischungen verstärken. Der Ertragsvorteil der vielfältigen Mischungen mit Kleearten und Kräutern nahm mit steigender Temperatur entlang des Klimagradienten der Standorte zu. Dies unterstreicht das Potenzial von Mischungen für die Anpassung an den Klimawandel.

Vielfältige Wiesenmischungen waren nicht nur in der Schweiz im Vorteil. Die Studie zeigt eindrücklich, dass diese schweizerische Tradition auch global die Ressourceneffizienz verbessert und die Anpassung der Landwirtschaft an den Klimawandel unterstützt.

Abb. 1: Der Bereich mit optimalem Ertrag (yield, dunkelgrün) ist gross: verschiedene Kombinationen und Anteile von Gräsern (G), Klee (L) und Kräutern (H) erreichen das Optimum.

Fazit

  • Ein weltweites Netzwerk hat Futterpflanzenmischungen aus zwei Gräsern, zwei Kleearten und zwei Kräutern getestet, um nachhaltigere Anbausysteme im Futterbau weiterzuentwickeln.
  • Futterpflanzenmischungen aus sechs Arten, darunter Kleearten, zeigten sich ertragreicher als Systeme aus reinen Gras- oder aus einer Zweiarten-Mischung aus Gras und Klee, die in anderen Ländern immer noch verbreitet sind.
  • Der Ertragsgewinn der vielfältigen Mischungen stieg mit zunehmender Standorttemperatur. Dies zeigt, dass solche Mischungen angesichts des Klimawandels beitragen können, die Erträge des Futterbaus zu sichern.
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