Um die Datengrundlage für Ammoniakemissionen (NH3) aus der Rindviehhaltung zu verbessern, müssen die relevanten Haltungssysteme und ein geeignetes Messkonzept definiert werden. Statistiken und eine Expertenumfrage zeigten, dass der Anteil von Laufställen und Laufhöfen in der Schweiz von 5 % im Jahr 1990 auf rund 40 % im Jahr gestiegen ist. Als häufigste Situation bei Laufstallhaltung…
Die Landwirtschaft ist Hauptemittentin der drei reaktiven Stickstoffverbindungen Ammoniak, Nitrat und Lachgas. Deshalb kommt ihr eine spezielle Verantwortung zur Minderung der umweltschädlichen Stickstoffemissionen zu. Dies umso mehr, weil in diesem Bereich teilweise beträchtliche Lücken zwischen den gesetzlich festgehaltenen Umweltzielen und der Ist-Situation bestehen. Im vorliegenden Artikel geht es deshalb um die Frage, welche agrarökologischen Etappenziele…
Sedimenteinträge durch Erosion sowie Abschwemmungen von Pflanzenschutzmitteln und Nährstoffen aus der Landwirtschaft belasten unsere Gewässer. Verschiedene Feldstudien weisen darauf hin, dass die Flächen, von denen diese Einträge stammen, räumlich begrenzt sind. Insbesondere Phosphor, Pflanzenschutzmittel und Sedimente gelangen vorwiegend durch schnelle Abflussprozesse auf einem geringen Anteil der landwirtschaftlichen Fläche in die Gewässer. Diese sogenannten beitragenden Flächen…
Seit mehr als zehn Jahren bieten regionale landwirtschaftliche Bildungszentren jeweils im Verbund mit einer sozialen Fach(hoch)schule die «Weiterbildung Betreuungsleistungen» an. Die regionalen Angebote unterscheiden sich in der Dauer und in der Ausrichtung auf einzelne oder mehrere Betreuungsgruppen – entsprechend den regionalen Gegebenheiten. Alle Angebote streben ein gemeinsames Ziel an: Befähigung zur kompetenten Betreuung von «Gastpersonen»…
Der Klimawandel stellt die Landwirtschaft vor neue Herausforderungen. Für die Planung von Anpassungsmassnahmen spielt die Beurteilung des Wasserbedarfs von Wiesen, Weiden und Ackerflächen – auf Grund des Verdunstungspotenzials – eine zentrale Rolle. Die Referenzverdunstung, ein Konzept, das von der Food and Agriculture Organization (FAO) in den 1990er Jahren eingeführt wurde und in dieser Arbeit vorgestellt…
Die hoch aufgelöste Erosionsrisikokarte der landwirtschaftlichen Nutzfläche der Schweiz zeigt das potenzielle Erosionsrisiko aufgrund der Standortfaktoren Relief, Boden und Niederschlag – unabhängig von der jeweiligen Nutzung (Acker-, Dauergrünland oder Reben) und Bewirtschaftung. Stark erosionsgefährdete Bereiche innerhalb einer Parzelle oder eines Hanges wie beispielsweise Talwege können in der Karte gut identifiziert werden. Erosionsschadenskartierungen im Feld, Vergleiche…
Ein in Changins zwischen 1997 und 2009 durchgeführter Versuch befasste sich mit den kombinierten Auswirkungen der Dünger (NPK, Mist + NPK und Gülle + NPK), der Aufteilung der Mistgaben (jährlich oder dreijährlich) und der Bodenbearbeitung (Pflügen oder pflugloser Anbau) verbunden mit zwei Stickstoffdosen (100 oder 60 % der optimalen Dosis) auf die Bodenfruchtbarkeit und die…
Gemeinden, Behörden und Gerichte sind vermehrt mit Beschwerden und Klagen über Geruchsbelästigung von Tierhaltungsanlagen konfrontiert. Die Geruchskonzentration und -emission von fünf frei gelüfteten Milchviehställen wurde in zwei Jahres- und zwei Tageszeiten verglichen. Für diese Ställe mit Liegeboxen, planbefestigten Laufflächen und angrenzendem Laufhof kam eine neu entwickelte Tracer-Ratio-Methode zum Einsatz. Die Geruchskonzentration von den Flächenquellen am…
Bei der Rasse Eringer handelt es sich um eine ursprüngliche Rinderrasse der Schweiz. Ziel der vorliegenden Studie war es, die Entwicklung der genetischen Vielfalt von 1993 bis 2007 basierend auf Abstammungsinformation zu untersuchen. Weiter wurden 128 Eringerkühe für den Illumina 50k Beadchip genotypsiert und die genetische Vielfalt basierend auf dieser genomweiten Markerinformation bestimmt. Die Schätzungen…
Bäume erbringen in der Agrarlandschaft wichtige Umweltleistungen. Trotzdem verschwinden sie aus wirtschaftlichen und betriebstechnischen Gründen aus dem Kulturland. Hier setzt moderne Agroforstwirtschaft an. Dabei werden Bäume auf landwirtschaftlich genutzten Flächen in Reihen gepflanzt, um die maschinelle Bearbeitung weniger zu behindern. ART hat das ökonomische und ökologische Potenzial moderner Agroforstsysteme für die Schweiz untersucht. Die Flächenproduktivität,…
Die Wanderung von Pflanzen um den Globus ist eine wichtige Basis für unser Leben. Mit der Globalisierung des Handels und Tourismus stört der Mensch diese Migration. Aus anderen Kontinenten stammende Pflanzen – wie auch andere Lebewesen – können sich am neuen Ort anpassen und wegen fehlender Feinde das bestehende Gleichgewicht der Biodiversität empfindlich stören. Solche…
Die Liste der empfohlenen Sojasorten für die Ernte 2011 enthält acht Sorten in drei verschiedenen Reifegruppen. In der frühreifen Gruppe sind die Sorten Merlin, Gallec und Aveline klassiert. Die mittelfrühe Reifegruppe beinhaltet Opaline und die mittelspäte Reifegruppe die Sorten Amphor, London, Protéix und Essor.
Die Liste der Eiweisserbsen 2011 bleibt im Vergleich zur letztjährigen unverändert. Die Liste der empfohlenen Sommer-Eiweisserbsensorten enthält die Sorten Hardy, Starter, Mascara, Gregor und Alvesta. Bei den Winter-Eiweisserbsen werden weiterhin die Sorten Isard, Cartouche und Enduro empfohlen.
Für den Anbau 2011 stehen drei Normal- und drei ölsäurereiche Sorten zur Verfügung. LG5525 ist eine neue Eintragung in den Normalsorten. Die Vertragsmengen betragen 18`000 Tonnen, wovon maximal 12`000 Tonnen ölsäurereiche Sorten sind.
Boswil ist eine kleine Gemeinde im aargauischen Freiamt. Eine Gesamtmelioration berücksichtigt die verschiedenen Interessen von Raumplanung, Ökologie und Landwirtschaft.
Seit vielen Jahren werden an der Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW neue Apfelsorten gezüchtet. Dabei werden Sorten angestrebt, die robust und krankheitstolerant sind und möglichst wenig Pflanzenschutz benötigen. Bei den zwei Neuzüchtungen ACW 6375 und ACW 11907 stehen Entscheidungen zur Markteinführung bevor. Deshalb wurde anhand von zwei Konsumententests, einem in der deutschen Schweiz und einem in…
Ende 2010 wurde das EU-Projekt ENDURE (European Network for the Durable Exploitation of Crop Protection Strategies) abgeschlossen. Im vierjährigen Projekt wurde ein Kompetenzzentrum aufgebaut, mit dem langfristigen Ziel, als Anlaufstelle und Plattform für Fragen des nachhaltigen Pflanzenschutzes in der EU zu dienen. Agroscope war für das Teilprojekt zur Beurteilung der Nachhaltigkeit von Pflanzenschutzsystemen verantwortlich. Neben…
Bei der Zertifizierung von Bio-Weizensaatgut wird oft die erforderliche Keimfähigkeit nicht erreicht. Dies ist häufig auf einen zu starken Krankheitsbefall mit dem Erreger des Schneeschimmels, Microdochium nivale, zurückzuführen. Mit einer Warmwasserbehandlung könnte der Befall auf dem Saatgut wirksam bekämpft werden. Wegen des hohen energetischen Aufwands für die Rücktrocknung konnte sich dieses Verfahren in der Praxis…
Mit der Publikation der Umweltziele Landwirtschaft UZL liegen erstmals verbindliche Zielwerte für die Artenvielfalt im Kulturland vor. Wir präsentieren einen neu entwickelten Index, der die Bestandsentwicklung der Brutvögel gemäss UZL und damit einen Teilbereich der UZL-Zielerreichung abbildet. Die Situation der Brutvogelbestände im Kulturland ist nach wie vor kritisch. Zwar verläuft der Index für die als…
Die Wiederkauaktivität gilt als wichtiger, nicht invasiv messbarer Parameter für die Früherkennung von Stoffwechselproblemen bei Wiederkäuern. Herkömmliche Wiederkausensoren weisen vor allem beim Einsatz im Stallbereich Nachteile auf. Der neu entwickelte ART-Wiederkausensor enthält einen Nasenbandsensor bestehend aus einem mit Flüssigkeit gefüllten Schlauch und Drucksensor, einem Datalogger und der Software für die Auswertung. Die Daten werden über…
An der 28. internationalen Konferenz der Hortikulturwissenschaften (www.ihc2010.org) haben sich Ende August in Lissabon 3�500 Forschende und Vertreterinnen und Vertreter der Vor- und nachgelagerten Bereiche der Hortikultur aus Europa, Amerika, Afrika, Asien und Ozeanien getroffen. Die Konferenz wird alle vier Jahre durch die International Society of Horticultural Science (ISHS; siehe www.ishs.org) organisiert. Wissenschaftler der Forschungsbereiche…
Der Strukturwandel in der Schweizer Landwirtschaft, unter anderem der sinkende Milchpreis, veranlasst viele kombinierte Milchvieh-Ackerbaubetriebe zur Aufgabe der Milchproduktion. Dadurch werden die Kunstwiesenjahre innerhalb der Fruchtfolge nicht mehr benötigt, was negative Konsequenzen auf die biologische Stickstofffixierung (Weissklee), die Bodenstruktur und die Erosion haben kann. Die Fleischproduktion auf Kunstwiesenflächen während der Vegetationsperiode könnte ein möglicher Betriebszweig…