Trockenwiesen- und -weiden gehören in der Schweiz zu den gefährdeten Biotopen. Im Rahmen dieser Untersuchung, einem Begleitprojekt zu der vom Bund durchgeführten Inventarisierung der Trockenwiesen und -weiden von nationaler Bedeutung¹, stand die Frage im Zentrum, welche Faktoren die Entscheidung der Bewirtschafter im Zusammenhang mit einem Vertragsabschluss für solche Flächen beeinflussen. Die Ergebnisse zeigen, dass neben…
„In einem Praxisdemonstrationsversuch wird seit Herbst 1994 am Inforama Rütti in Zollikofen (Schweiz) das Direktsaatverfahren mit einer auf dem Pflugeinsatz basierenden Bodenbearbeitung verglichen. Anhand der Daten dieser Dauerbeobachtungsfläche „“Oberacker““ wurde mit einer Kosten-Nutzen-Analyse (Vollkostenrechnung) untersucht, ob sich eine Umstellung vom Pflugverfahren auf das Anbausystem Direktsaat betriebswirtschaftlich lohnt. Dabei zeigt sich, dass das System der Direktsaat…
Im Gegensatz zu Patenten und Sortenschutzrechten sind Farmers‘ Rights (Rechte der Landwirte) heute noch kein operationeller Schutzmechanismus im Bereich der genetischen Ressourcen. Eines der Ziele der laufenden Revision des „International Undertaking on Plant Genetic Resources“ (International Undertaking) der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation (FAO) der Vereinten Nationen ist die weitere Konkretisierung der Farmers‘ Rights. In den bisherigen…
Der sozialen Dimension kommt im Nachhaltigkeitskonzept eine zentrale Rolle zu. Im Rahmen einer Studie über die soziale Lage in der Schweizer Landwirtschaft werden zentrale Aspekte sozialer Nachhaltigkeit fundiert analysiert. Als theoretischer Ansatz dient das Konzept der Lebensqualität.<br>Im Frühjahr 2000 wurden 1‘500 Landwirtinnen und Landwirte im Kanton Bern mittels einer postalischen Umfrage mit standardisiertem Fragebogen über…
Anfang der 70er Jahre haben Medienmeldungen über Umweltprobleme in der Landwirtschaft die Öffentlichkeit aufgeschreckt. Seither wurden erst zögerliche, mit der Agrarreform AP 2002 entscheidende Schritte für eine bessere und umfassende Berücksichtigung der Umweltanliegen in der Agrarpolitik unternommen. Erste Wirkungsanalysen zeigen denn auch, dass der Einsatz von Pestiziden und Düngern seit Beginn der 90er Jahre stark…
In der Übergangsphase von der alten zur neuen Agrarpolitik 1990 bis 98 lässt sich statistisch keine beschleunigte Abwanderung aus der Landwirtschaft nachweisen.Es zeichnet sich jedoch ein neues Muster des Agrarstrukturwandels ab. Dieses ist Ausdruck der grundlegenden Veränderung der wirtschaftlichen Anreize für die Agrarproduktion.
Die Schweizer Landwirtschaft war zwischen 1939 und 1990 im Durchschnitt einem schwachen Strukturwandel ausgesetzt. Die Konstellation von schwachem Anpassungsdruck und starkem Abwanderungssog ermöglichte einen sozialverträglichen Strukturwandel. Die alte Agrarpolitik (bis 1992) verminderte nicht nur erfolgreich den Anpassungsdruck auf die Landwirtschaft, sondern neutralisierte mit progressiv steigendem Mittelaufwand die Sogwirkung der übrigen Wirtschaft in einem bedeutenden Ausmass.…
Von 1994 bis 1999 lief im Rahmen der von der EU und der Schweiz geförderten INTERREG-Programme das grenzüberschreitende Forschungsprojekt «Umweltschonende Anbauverfahren von Gemüse und Obst in der Bodenseeregion». Das Untersuchungsgebiet umfasst die Landkreise Konstanz, Bodenseekreis und Ravensburg und die Kantone Thurgau und St. Gallen. Bearbeitet wurde das Projekt vom Institut für Gemüse-, Obst- und Weinbau…
Als Folge der durch die Einführung von AP 2002 veränderten Rahmenbedingungen besteht für viele Landwirtschaftsbetriebe Handlungsbedarf. Modellrechnungen mit einem mittelgrossen Gemischtbetrieb zeigen, dass zwischen 1996 und 2003 bei einem Flächenwachstum von 2 % und bei einer Anpassung des Produktionsprogramms nach ökonomischen Kriterien Einkommenseinbussen von rund 14 000 Franken zu erwarten sind. Deshalb sind Strategien zur…
Das landwirtschaftliche Einkommen ist in den Testbetrieben von 1990 bis 1995 stark gesunken. In den Jahren 1996 und 1997 ist eine Erholung zu verzeichnen. Der um die Effekte der Rindviehbewertung bereinigte Cash-flow zeigt eine wesentlich ausgeglichenere Entwicklung als das Einkommen. Die Investitionen konnten überwiegend mit eigenen Mitteln finanziert werden.
Analysen, Kalkulationen und Prognosen, welche die Entscheidungsfindung in der landwirtschaftlichen Praxis, der Beratung und der Agrarpolitik unterstützen, sind der Schwerpunkt der agrarökonomischen Forschung an der FAT. Die quantitative Entscheidungsunterstützung, deren Möglichkeiten und Grenzen der vorliegende Beitrag aufzeigt, erfolgt ebenso mit Hilfe einfacher Kalkulationsschemata wie mit Hilfe komplexer mathematischer Modelle.
Der wachsende Kostendruck in der Schweizer Landwirtschaft zwingt die Betriebsleiterinnen und Betriebsleiter dazu, noch stärker als bisher unternehmerisch zu denken und den teuren Faktor Arbeit möglichst rationell einzusetzen. Die arbeitswirtschaftliche Forschung der FAT sieht eine ihrer künftigen Herausforderungen darin, ihre Daten und ihren Arbeitsvoranschlag noch vermehrt auf neue Erwerbskombinationen auszurichten.
Agrarpolitische und gesellschaftliche Forderungen zielen in Richtung nach-haltiger, das heisst ökonomischer, ökologischer und sozialverträglicher Produktionsverfahren. Die verfahrenstechnische Forschung unterstützt als ihre primäre Aufgabe die Weiterentwicklung von Tierhaltungssystemen. Zusätzlich erarbeitet sie aber wesentliche Entscheidungsgrundlagen für die Nachhaltigkeitsbeurteilung. Am Beispiel eines Forschungsvorhabens (Kompoststall) wird diese Arbeitsweise aufgezeigt und diskutiert.
Die zunehmende Besorgnis über die Umweltwirkungen für Wasser und Boden bedingt durch den Pestizideinsatz in der Pflanzenproduktion führte in den letzten Jahren dazu, dass alternative Methoden zur Unkrautbekämpfung entwickelt und verbreitet wurden. Diese neuen Verfahren bilden die Grundlage der Unkrautregulierung bei umweltorientierten Produktionsformen wie der Integrierten Produktion oder dem Biolandbau. Das Hauptziel besteht darin, durch…
In der Landwirtschaft muss der Schutz des Bodens vor physikalischen Belastungen in erster Linie durch bodenschonende Bewirtschaftungstechniken umgesetzt werden. Fachleute kamen an einem Workshop an der FAL zum Schluss, dass die Umsetzung des physikalischen Bodenschutzes in der Landwirtschaft in der Schweiz vor allem ein Entscheidungsproblem darstellt. Zum einen fehlt es an Richt- und Grenzwerten, anhand…
Seit 1993 hat die Mehrheit der landwirtschaftlichen Betriebe der Schweiz auf integrierten oder biologischen Anbau umgestellt. Erschwerend für die Beurteilung einer solchen Umstellung ist, dass meist kein gültiger Vergleich mit dem Ausgangszustand oder einer anderen Anbauform möglich ist. Zudem fehlen meist auch Angaben über längerfristige Auswirkungen auf den Boden und die Umwelt. Deshalb werden auf…
Welche Wirkung zeigen die Ökomassnahmen und Tierhaltungsprogramme? Inwieweit sind die gesetzten Ziele erreicht worden? Diese Fragen werden anhand der breit angelegten und bis 2005 dauernden Evaluationsarbeiten angegangen. Die daraus resultierenden Erkenntnisse tragen dazu bei, die Massnahmen mit fundierten Entscheidungsgrundlagen weiterzu-entwickeln, weitere Optionen zu überprüfen und nicht zuletzt Rechenschaft über die Verwendung von öffentlichen Geldern abzulegen.
In der Schweiz werden zur Milch- und Fleischproduktion vorwiegend Fleckvieh-, Braunvieh- und Holsteintiere gehalten. In den Zuchtprogrammen aller drei Rassen nehmen die Milchleistungsmerkmale eine zentrale Stellung ein. Es stellt sich die Frage, ob der Trend zu immer leistungsfähigeren Milchkühen aus betriebswirtschaftlicher Sicht sinnvoll ist. Weiter ist von Interesse, mit welchen Massnahmen die Wirtschaftlichkeit der Rindviehhaltung…
In der Schweiz werden seit 1993 Gelder für ökologische Leistungen der Landwirtschaft ausgeschüttet. Über die Wirkung und Wirksamkeit dieser Gelder kann bis jetzt noch keine zuverlässige Aussage gemacht werden. Eine Befragung von Fachleuten liefert Grundlagen für ein Monitoring der Umweltwirkung ökologischer Direktzahlungen und erste Antworten bezüglich konkreter Umweltwirkungen.
Welche Anbauform (konventionell, integriert, biologisch) einer pflanzlichen Produktion eignet sich ökologisch am besten? Mit der Methode der Ökobilanzierung wurde am Beispiel der Weizenproduktion versucht, die Umweltauswirkungen möglichst umfassend und sachlich abzuschätzen. Eines der Resultate ergab, dass diejenigen Weizenanbauvarianten am vorteilhaftesten abschnitten, die einen reduzierten Inputeinsatz hatten und ein bestimmtes Ertragsniveau nicht unterschritten.
Die landschaftsökologische Qualität angemeldeter Öko-Ausgleichsflächen ist oft unbefriedigend. Die ungenügende Wirksamkeit des Vertragsnatur-schutzes lässt sich ökonomisch erklären. Eine Untersuchung der Beteiligung von Zürcher Landwirtinnen und Landwirten bestätigt, dass diese von Wirtschaftlichkeitsüberlegungen bestimmt wird. Eine zielgerechte Weiterentwicklung der Öko-Ausgleichspolitik ist nötig.
In der Schweiz werden rund 40 000 ha Silomais angebaut, die vor allem bei der Grossviehmast und der Winterfütterung von Milchvieh eingesetzt werden. Als energiereiches Rauhfutter ist es eine ideale Ergänzung zum eiweissreichen Futter von Natur- und Kunstwiesen. Die Maissorten variieren erheblich im Flächenertrag und der Qualität (Gehalt an verdaulicher organischer Substanz). Welches Gewicht sollen…
Ist die mehrheitlich ablehnende Haltung gegenüber der Gentechnologie im Ernährungsbereich nur eine vorübergehende, technikfeindliche Strömung, oder sind Produktion und Verarbeitung von Nahrungsmitteln ein besonders sensibler Bereich in der Wahrnehmung möglicher Risiken? In diesem Artikel soll gesellschaftlichen Entwicklungen nachgegangen werden, welche die Notwendigkeit eines breiten Diskurses über die zukünftige Ausgestaltung der Nahrungsmittelproduktion aufzeigen.
Die Wirtschaftlichkeit von Erstlingssauen zur kombinierten Nutzung für die Ferkel- und die Fleischproduktion wurden mit einem praktischen Versuch und mit Modellrechnungen untersucht. Die Wirtschaftlichkeitsberechnungen zeigen, dass für Erstlingssauen rund derselbe Preis wie für Mastschweine erzielt werden müsste, damit ein reines Erstlingssauensystem erfolgversprechend ist.
Unterstützt oder torpediert der ungebremst voranschreitende Strukturwandel der Landwirtschaft eine ökologischere Bewirtschaftung? Trotz der agrarpolitischen Bedeutung der Frage fehlten bisher empirische Daten. Die hier zusammengefasste Pilotstudie zeigt am Beispiel einer Testregion im Zürcher Berggebiet, dass die Hypothese «grösser = extensiver = ökologischer» und «biologisch = ökologischer» differenziert und teilweise revidiert werden muss. Ein Beitrag zur…
Die Betriebskosten der verschiedenen Verarbeitungsverfahren für biogene Abfälle sind bisher selten vergleichend untersucht worden. In diesem Bericht werden folgende Varianten miteinander verglichen: Die landwirtschaftliche Kompostierung am Feldrand in zwei Grössenklassen, die Kompostierung auf einer kleinen und zwei mittleren Anlagen und einem grossen, eingehausten Werk, eine Kombination Vergärung mit Kompostierung und eine Vergärungsanlage. Zwischen diesen acht…