Der Erdölpreis scheint bei einigen landwirtschaftlichen Produkten einen Einfluss auf den Preis zu haben. Dafür gibt es zum Teil gute Argumente: Pflanzenöle und deren Derivate können Erdölprodukte ersetzen. Aus Mais kann Ethanol produziert werden, welcher als Ersatz von Treibstoffen auf Erdölbasis dient. Im vorliegenden Beitrag wird der Zusammenhang zwischen den Weltmarktpreisen landwirtschaftlicher Produkte und dem…
Der biologische Landbau in der Schweiz verzeichnete vor allem im Zeitraum zwischen 1990 und 2005 ein grosses Wachstum und hat sich in der Landwirtschaft und bei den Konsumenten etabliert. Deutlich untervertreten sind die Biobetriebe jedoch in den Ackerbauregionen, was sicherlich auf die im Vergleich zum Grünland meist höheren Anforderungen an die Betriebsumstellung zurückzuführen ist. Mit…
Da die Schweizer Landwirtschaft deutlich höhere Produktions- beziehungsweise Selbstkosten aufweist als die Nachbarländer, gilt es die Kosten zu senken und damit die Wettbewerbsfähigkeit zu erhöhen. Dazu kommen drei Handlungsmöglichkeiten in Frage. Erstens, die Vergrösserung der Betriebe erlaubt das Erzielen von Skaleneffekten und damit Kostenreduktionen pro Einheit. Zusätzliches Land als wichtige Voraussetzung für das Wachstum ist…
Die Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART führte im Januar 2009 eine Umfrage unter 3425 Landwirtschaftsbetrieben der Schweiz durch. Das Ziel war, den in den Jahren 2005 bis 2007 zu beobachtenden Ausstieg aus der biologischen Wirtschaftsweise sowie die Hemmnisse für einen Einstieg in den Biolandbau zu untersuchen. Im vorliegenden Beitrag werden die ausschlaggebenden Einflussfaktoren und Gründe, die…
Die Entwicklung hin zu grösseren Betrieben und kostengünstigeren Strukturen verläuft in der Schweizer Landwirtschaft relativ langsam. Mit einem dynamischen Simulationsmodell wird untersucht, wohin eine Extrapolation der bisherigen Entwicklung in die Zukunft führt und wie alternative Entwicklungspfade aussehen könnten. Die Simulationen zeigen, dass kostengünstigere Strukturen auch ohne häufigere altersunabhängige Betriebsaufgaben erreichbar sind. Als Chancen für eine…
Im Rahmen des ISAFRUIT-Projektes sind wichtige produktionstechnische (z.B. Flächenerträge, Sortierergebnisse) und betriebswirtschaftliche (z.B. Arbeitsstunden und Produzentenpreise) Grössen verglichen worden zwischen der Schweiz und wichtigen EU-Ländern, die Äpfel produzieren. Die Produzentenpreise und die Arbeitskosten sind in der Schweiz deutlich höher als in der EU. Die Apfelfläche pro Betrieb in der Schweiz ist deutlich kleiner. Zwischen der…
Die 27. Internationale Konferenz der Agrarwirtschafter (International Association of Agricultural Economists IAAE) fand vom 16. – 22. August 2009 in Beijing zum Thema �The New Landscape of Global Agriculture� statt. Die Konferenz war geprägt durch ein �dank� der Ernährungskrise erneuertem Interesse am Agrar- und Ernährungssektor, sowieder Frage, wie die Weltbevölkerung künftig nachhaltig ernährt werden kann.Entsprechend…
Die Direktzahlungen sollen künftig konsequent auf die von der Bevölkerung gewünschten gemeinwirtschaftlichen Leistungen der Landwirtschaft ausgerichtet werden. In einem am 6. Mai 2009 verabschiedeten Bericht schlägt der Bundesrat eine Weiterentwicklung des heutigen Direktzahlungssystems vor. Massnahmen mit unspezifischer Zielausrichtung sollen durch zielgerichtete Instrumente ersetzt werden. Dadurch verbessern sich die Wirksamkeit und die Effizienz des Direktzahlungssystems.
Die Futterpreise sind wichtige Bestimmungsfaktoren des Kraft- und Grundfuttereinsatzes in der Milchviehhaltung. Berechnungen mit dem Modellsystem SILAS zeigen, dass bei weiteren Zollsenkungen und damit günstigeren Preisen für Kraftfuttermittel deutlich höhere Kraftfuttergaben wirtschaftlich werden. Nachhaltigkeitsanalysen, welche neben den ökonomischen gleichzeitig die sozialen und ökologischen Auswirkungen mit einbeziehen, ergeben für moderate Preissenkungen (bis zu 65 Franken je…
Anhand eines Fokusgruppen-Gesprächs wurde die Wahrnehmung von Kooperationsformen untersucht. Beteiligt waren sechs Betriebsleiter aus einem Futterbaugebiet im Raum Ostschweiz. Obschon die gesammelten Aussagen nicht verallgemeinert werden dürfen, erschliessen sie Einstellungen und Denkschematas: Die Betriebsleiter betrachten die intensiveren Kooperationsformen – Betriebszweig- und Betriebsgemeinschaft – differenziert und sehen ihre Vor- und Nachteile. Letztere überwiegen und es zeigt…
Es existieren nur wenige Analysen über den Fleischmarkt der Eringerrasse und dessen Entwicklungspotentials. Dieser Artikel verweist auf die Situation einer starken Nachfrage gegenüber einem ungenügenden Angebot. Nahe die Hälfte des Produktevolumens fliesst in die Selbstversorgung der Tierhalter oder deren Vermarktung in der nahen Umgebung, obwohl eine Konsumentenumfrage zeigt, dass die Nachfrage und die Zahlungsbereitschaft für…
In der konzertierten Aktion «EUROCROP» wurde eine Forschungsstrategie für den europäischen Ackerbau entwickelt. Forschungsinstitute sowie verschiedene Interessengruppen erarbeiteten Forschungsschwerpunkte für einzelne Ackerkulturen und für die sechs Querschnittsthemen Anbausysteme, Betriebswirtschaft, Produkte und Märkte, Produktqualität, Umweltwirkungen und Sozioökonomie. Anhand der vier Zukunftsszenarien „Handels-Liberalisierung“, „Europa der Regionen“, „grünes Europa“ und „Klimawandel“ wurden die gesellschaftliche Relevanz und die Priorität…
Grössenabhängige Kostendegressionen können die Wettbewerbsfähigkeit der Landwirtschaft entscheidend verbessern. Um die massgebliche Entwicklung der Betriebsgrössenstruktur zu verstehen, werden die wichtigsten Flächenprozesse vertieft untersucht. Obwohl durch Betriebsaufgaben und Neugründungen, Übergaben im Generationswechsel sowie durch Wachsen und Schrumpfen der Betriebe jährlich 4% bis 5% der gesamten Nutzfläche transferiert werden, wird das Potenzial einer Flächenverschiebung zugunsten grösserer Betriebe…
Entgegen der positiven Entwicklung der Nachfrage sinkt die Zahl der Biobetriebe seit 2004 kontinuierlich. Zwischen 2005 und 2007 gingen 263 Betriebe für den Bio-Landbau verloren, 4,1 Prozent. Die Analyse der Daten des Agrarinformationssystems des Bundesamtes für Landwirtschaft (AGIS) zeigt, dass 2,0 Prozent der Betriebe von Bio auf ÖLN umgestellt haben und 2,1 Prozent aus der…
Bezüglich Globalproduktivität können die besten 17 Prozent der Schweizer Talbetriebe mit Baden-Württemberg mithalten, bei der Nettoarbeitsproduktivität ist es rund ein Viertel. Dies zeigt eine Studie, die klärt, wo die Schweizer Landwirtschaft bezüglich Produktivität im internationalen Vergleich steht. Mit Blick auf die klimatischen und topografischen Ähnlichkeiten der verglichenen Regionen, wird deutlich, dass die Schweizer Landwirtschaft ein…
Die Entwicklung der Agrarpreise über die letzten acht Jahrhunderte lässt sich in vier Phasen aufteilen. Die ersten drei Phasen waren geprägt durch Auf- und Abschwungperioden. Diese hingen bis Mitte des 19. Jahrhunderts eng zusammen mit der Bevölkerungsentwicklung sowie dem Auftreten von Kriegen und Seuchen. In der vierten Phase ab Ende des 19. Jahrhunderts entkoppelten sich…
Die Nutzung von Energieholz zur Wärmeerzeugung nahm in den letzten Jahren kontinuierlich zu. Holzheizsysteme sind nicht nur für Waldbesitzer ökonomisch sinnvoll. Immer häufiger beziehen Nicht-Waldbesitzer ihre Wärme von Holzheizwerken. Verglichen wurden Holzheizsysteme in drei Leistungskategorien: 20, 60 und 100 Kilowatt. Die Wärmegestehungskosten bewegen sich von 16,4 bis 34,0 Rappen je Kilowattstunde. In der Gruppe 20-Kilowatt-Leistung…
Welche Faktoren und Strategien sind für eine nachhaltige Wirtschaftlichkeit der Apfelproduktion wirkungsvoll? Über diese Forschungsfrage hat die Forschungsanstalt Agroscope Changins-Wädenswil ACW in Zusammenarbeit mit dem Schweizerischen Obstverband (SOV) eine repräsentative Umfrage durchgeführt. Dieser Artikel fasst die Resultate der IP-Produzenten zusammen. Die Auswertungen zeigen, dass Vermarktung, Produktionskosten und Grösse der Apfelfläche entscheidende Faktoren sind und dass…
Ob herbizidtolerante Kulturen Mehrerträge erbringen und dabei helfen, dauerhaft Herbizide einzusparen oder Pflanzenschutzkosten zu senken, ist umstritten. Ökonomische Vorteile können sich jedoch aus der vereinfachten Umsetzung der pfluglosen Bodenbearbeitung und einer verbesserten beziehungsweise erleichterten chemischen Unkrautkontrolle ergeben. In einer Literaturübersicht werden Erfahrungen zur Wirtschaftlichkeit von gentechnisch veränderten, herbizidtoleranten Kulturen aus Ländern in Nordamerika, in denen…
Nicht ohne Folgen für die Landschaft bleibt die Tendenz, dass Schweizer Landwirtschaftsbetriebe sich zusehends spezialisieren und vergrössern. Arbeitszeit wird knapp. Damit nimmt der Anreiz ertragsschwache und arbeitsaufwändige Flächen zu bewirtschaften ab. Dies hat Folgen für die Landschaft: Der Wald erobert sich aufgegebene Flächen zurück, die Biodiversität nimmt ab und die mosaikartige Kulturlandschaft verändert sich. Wie…
Der ökonomische Nutzen von gentechnisch verändertem, insektenresistentem Mais, auch Bt-Mais genannt, ist relativ. Dies zeigt eine von Forschungsanstalt Agroscope Reckenholz-Tänikon ART erfolgte Literatur-Review. Diese fasste Erfahrungen zur Wirtschaftlichkeit von Bt-Mais jener EU-Länder, in denen ein kommerzieller Anbau stattfindet, zusammen. Die Ergebnisse zeigen, dass Bt-Mais nicht per se Mehrerträge liefert. Der ökonomische Nutzen ist in Relation…
Zur Berechnung von Reparatur- und Maschinenkosten sind zwei Koeffizienten wichtig, der Reparaturfaktor und der Belastungsgrad. Der Reparaturfaktor gibt an, welchen Anteil des Neuwerts im Verlaufe der Nutzungsdauer als Reparaturkosten anfällt. Mit dem durchschnittlichen Belastungsgrad des Motors wird der Treibstoffverbrauch und somit die Treibstoffkosten kalkuliert. Basierend auf einer empirischen Untersuchung werden für sieben Maschinenkategorien, darunter Mähdrescher…
Obwohl sich das Nationale Forschungsprogramm NFP48 «Landschaften und Lebensräume der Alpen» intensiv mit dem Berggebiet auseinander setzte, wurde das Schweizer Sömmerungsgebiet als solches nur in wenigen Projekten mit bearbeitet. Es bestehen in diesem Bereich nach wie vor breite Wissenslücken. Im Rahmen einer Vorstudie, die als Grundlage für ein Verbundprojekt zur Zukunft des Sömmerungsgebiets dienen soll,…
Die Aufhebung der Milchkontingentierung im Jahre 2009 verändert die Milchproduktion grundlegend. Eine repräsentative Umfrage in der Ostschweiz untersucht, wie sich Betriebe mit einem hohen Kontingentswachstum charakterisieren. Die Auswertung zeigt, dass ein positiver Zusammenhang zwischen dem erfolgten Wachstum in der Vergangenheit, und der Absicht, zukünftig weiter zu wachsen, besteht. Wachstumsbetriebe zeichnen sich zudem dadurch aus, dass…
Schweizer Bauernhaushalte stehen aufgrund der agrarpolitischen und wirtschaftlichen Entwicklungen unter Druck. Die Einkommenssituation ist für viele von ihnen unbefriedigend. Einige befinden sich sogar in prekären Einkommenssituationen. Der vorliegende Artikel beleuchtet die prekäre Situation von sieben Bauernfamilien. Die Gründe, weshalb finanzielle Prekarität entsteht, sind vielschichtig und komplex. Auszumachen sind zwei Grundmuster: a) Ein einschneidendes Ereignis bringt…
Die Bereitschaft, Ökomassnahmen auf dem eigenen Betrieb umzusetzen, hängt entscheidend von der Betriebsstruktur und den naturräumlichen Voraussetzungen ab. Ziel dieser Studie war es festzustellen, ob es Unterschiede in der Umsetzung von Ökomassnahmen auf Bio- im Vergleich zu ÖLN-Betrieben gibt. Ein statistischer Vergleich der Umsetzungsraten beider Landbausysteme anhand der landwirtschaftlichen Betriebsstrukturerhebung 2005 ergab, dass Massnahmen auf…
Die Sömmerungsbeiträge werden mit dem Ziel ausgerichtet, die Bewirtschaftung und Pflege der Sömmerungsweiden zu gewährleisten. Berechnungen mit dem Sektormodell SILAS zeigen, dass die Beiträge massgeblich zur Bestossung und damit zur Bewirtschaftung und Pflege der Alpweiden beitragen. Hingegen können sie den Trend rückläufiger Bestossung des Sömmerungsgebiets bis ins Jahr 2011 nicht stoppen. Um eine Bestossung auf…
Gerade von bäuerlicher Seite wird wiederholt eine Erhöhung der Flächenmobilität gefordert. In diesem Beitrag wird dargestellt, dass eine höhere Flächenmobilität nur bei schlechteren agrarpolitischen Rahmenbedingungen für die Landwirtschaft realisiert werden kann. Dabei ist es für die Höhe der Flächenmobilität nicht entscheidend, ob sich dieser Prozess über einen Preisabbau oder eine Senkung der Direktzahlungen vollzieht. Möglich…
Mit Inkrafttreten des zweiten Verordnungspakets wird die Agrarpolitik 2011 ihre ganze Wirkung entfalten: Die Reduktion der Preisstützung, die Abschaffung der Exportsubventionen, die Umlagerung der so freigesetzten Mittel in produktunabhängige Direktzahlungen sowie die Senkung der Grenzabgaben für Getreide und Futtermittel bilden die Kernstücke dieser Reform. Dazu kommen Verordnungsänderungen, die den Vollzug der agrarpolitischen Massnahmen verbessern.