Die Verhaltensstörung Federpicken bereitet in der Legehennenhaltung tierschutzrelevante Probleme und wirtschaftliche Einbussen. In einer Reihe von Experimenten konnten wir mehrere Haltungsfaktoren identifizieren, die eine signifikanten Einfluss auf die Häufigkeit des Federpickens und das Ausmass der Gefiederschäden haben. Die Ergebnisse zeigen, dass der Beschäftigungssituation der Tiere und der Anordnung der Sitzstangen besondere Beachtung zu schenken ist.
50 Jahre Versuchstätigkeit auf dem Lehr- und Versuchsgut der Chamau, ETH, lassen sich kaum auf einigen Seiten zusammenfassen. Dieser Rückblick auf nahezu 60 abgeschlossene Promotionsarbeiten soll dennoch Einblick geben in die Versuchstätigkeit zwischen 1960 und 1998 und die in dieser Froschungsperiode verfolgten Forschungsschwerpunkte hervorgeben.
„Das 50-jährige Jubiläum ist Anlass zum Rückblick über die Entwicklung der Forschung auf dem „“Lehr- und Versuchsgut Chamau““. Resultate aus dieser Forschung wurde in der ganzen Welt publiziert und sie haben landwirtschaftliche und ökologische Entscheide mitgeprägt.<br>roduktionstechnische Aspekte stehen nach wie vor im Zentrum, aber in den letzten Jahren haben die Qualität der Produkte und Aspekte…
Eine über dem Bedarf liegende Versorgung des Mastkalbes mit Vitamin A führt zu einer Anreicherung von Vitamin A in der Leber. Dies ist aus der Sicht der Humanernährung unerwünscht. Futtermittelindustrie und Kälbermäster wurden durch die RAP über diese Problematik aufgeklärt. Wie die neusten Ergebnisse zeigen, hat seitdem die Vitamin A-Konzentration in den Kalbslebern deutlich abgenommen.
Bei Rindrassen, die nicht primär für die Milchproduktion gezüchtet werden, wurden Untersuchungen über Melkbarkeit und Milchflussverlauf beim Maschinenmelken bisher kaum durchgeführt. Die Eringerkühe, bei denen die Milchproduktion züchterisch nicht im Mittelpunkt steht, deren Milch aber in der Regel für die Käseproduktion verwendet wird, haben den Ruf, dass sie nur durch sehr intensive Stimulation gemolken werden…
Landwirtschaftliche Böden werden zunehmend mit schweren Lasten befahren und intensiver bearbeitet. Dadurch werden die Böden strukturlabiler. Ihre Tragfähigkeit muss stark erhöht werden. Die Direktsaat – ein Anbausystem ohne jede Bodenbearbeitung – bietet hier einen Lösungsansatz: sie ist besonders baden- und gewässerschonend durchzuführen, gleichzeitig werden Arbeitsaufwand und Produktionskosten markant gesenkt.
Das Parlament hat am 29. April 1998 das neue Landwirtschaftsgesetz verabschiedet. Damit wurde eine wichtige Phase der mit dem Siebten Landwirtschaftsbericht 1992 eingeleiteten Agrarreform erfolgreich abgeschlossen. Kernpunkte der Agrarreform sind die Ausrichtung der Landwirtschaft auf den Markt und die Abgeltung gemeinwirtschaftlicher und ökologischer Leistungen mit Direktzahlungen.
Während vier Jahren wurden verschiedene Buntbrachemischungen auf unterschiedlichen Ackerstandorten des Mittellandes hinsichtlich ihrer botanischen Entwicklung untersucht. Dabei zeigte Sich, dass Pflanzenbestände aus artenreichen Mischungen während des gesamten Untersuchungszeitraums vielfältig blieben. Unter schlechten Standortverhältnissen oder mit der Saat ungeeigneter Mischungen nahm die Artenzahl schon im dritten Jahr deutlich ab.
Besonders durch oberflächliche Abschwemmung werden dem Sempachersee seit Jahrzehnten eutrophierende Mengen an Phosphor zugeführt. In dieser Arbeit wird ein Modell vorgestellt, das landwirtschaftlich genutzte Flächen einer Abschwemm-Gefährdungsstufe zuordnet. Die Analyse wird mit einem Geographischen Informationssystem (GIS) durchgeführt. Es integriert dabei Bodendaten genauso wie Informationen zur Topogrophie und Nutzungsintensität.
Die heutigen Verfahren zur Schätzung der optimalen N-Düngung enthalten nur qualitative oder grob geschätzte Angaben. Mit Hilfe von Stundorteigenschaften und Angaben zur Bewirtschaftung von 822 Parzellen wurde versucht, einige Einflussfaktoren besser zu quantifizieren, um mit deren Hilfe die N-Düngung ohne Bodenuntersuchung annähernd zu optimieren. Der Erfolg des Vorhabens blieb jedoch leider grösstenteils aus. Die Nmin-Methode…
Rotklee enthält mehr Rohprotein uns ist zu jedem Zeitpunkt besser verkaulich als Knaulgras. Im Verlaufe der Entwicklung nimmt der Gehalt an Rohprotein und an verdaulicher organischer Substanz bei beiden Arten ab. Rotkleepflanzen haben weniger Zellwände als Knaulgras, aber deren Verdaulichkeit ist schlechter.
In vergleichenden Sortenversuchen während der Jahre 1995 bis 1997 prüften wir 38 Sorten von Rotklee und 24 Sorten von Wiesenschwingel. Als Kriterien dienten Ertragsvermögen, Konkurrenzkraft, Krankheitsresistenz und Ausdauer. Aufgrund der erzielten Ergebnisse werden folgende Züchtungen neu in die «Liste der empfohlenen Sorten von Futterpflanzen» aufgenommen: Mattenkleesorten Corvus (2n), Pica (2n), Larus (4n), Astur (4n), Ackerkleesorten…
Das Jahr 1997 zählt für die Schweiz vielerorts zu den vier wärmsten Jahren in diesem Jahrhundert. Auffallend war der ausserordentlich warme März und August sowie der Kälteeinbruch Ende April mit Frostschäden an verschiedenen Kulturen. Im Frühling war ein Vegetationsvorsprung von drei bis vier Wochen zu beobachten, der Ende April stark gebremst wurde. Recht unterschiedlich präsentierte…
In dreijährigen Versuchen verglichen wir die Möglichkeiten von Dammbegrünungen im Direktmulchlege (DML)-Verfahren mit betriebsüblichem Kartoffelbau. Die Damm-Vorformung noch der Getreideernte im Vorjahr sowie die Begrünung über den Winter beeinflussen die Unkrautbestandesbildung und den Kartoffelertrag erheblich. Erosionsschutz ist über die ganze Vegetationsperiode gewährleistet. Das erhöhte N-Auswaschungsrisiko, welches im betriebsüblichen Kartoffelbau entsteht, kann mit dem DML-Verfahren vermindert…
Die Haltung von domestizierten Nutztieren ist in der Schweizer Tierschutzgesetzgebung detailliert geregelt, spezifische Anforderungen an die Erwerbshaltung von hirschartigen fehlen hingegen, nicht zuletzt wegen fehlender wissenschaftlich gesicherter Kenntnisse. Im Rahmen von zwei Diplomarbeiten wurden Raumnutzung und Verhalten von vier Damwildherden bezogen auf den Tierschutz und auf die Belastung der Vegetation untersucht. Bei Besatzdichten von fünf…
An einer Gruppe von 95 Aufzuchtrindern der Rassen Fleckvieh / Red Holstein und Braunvieh / Brown Swiss wurden Wachstumsverlauf, Fruchtbarkeitsparameter und Abgänge in der ersten Laktation untersucht. Kälberaufzucht, Fütterung und Haltung entsprachen üblicher Praxis in der Schweiz. Die Rinder wurden eher spät belegt, im Durchschnitt mit 20,3 Monaten. Bei Differenzierung nach Abkalbealter zeigt der Wachstumsverlauf,…
Die Propionsäurebakterien sind für die Lochbildung im Emmentaler-Käse verantwortlich. Sie verfügen über drei Stoffwechselwege zur Vergärung der Milchsäure, wobei unterschiedliche Mengen CO2 – das für die Lochbildung verantwortlich ist – entstehen. Mit statistischen Auswertungen von Daten aus einer Erhebung des Reifungsverlaufes von Emmentaler-Käsen aus 30 verschiedenen Käsereien ist es gelungen zu dokumentieren, dass die Desaminierung…
Der samenbürtige Schneeschimmelpilz (Fusarium nivale) bei Sommerweizen Lona wurde mit einer unter Praxisbedingungen durchgeführten Warmwasserbehandlung gleich gut bekämpft wie mit einer Labor-Warmwasserbehandlung und einer herkömmlichen chemischen Beizung. Das geprüfte Verfahren war sehr gut pflanzenverträglich.
Seit 1995 werden die nach den Regeln des biologischen Anbaus produzierten Saatgutposten von Weizen, Roggen und Dinkel in einem vereinfachten Gesundheitstest im Saatgutlabor der FAL untersucht, um den Befall mit samenbürtigen Krankheiten festzustellen. 1995 konnte nur für 25 % der untersuchten Posten Aussaat in unbehandeltem Zustand empfohlen werden, 1996 und 1997 dagegen für 77 %…
Was bewirken die «besonderen ökologischen Leistungen» nach Artikel 31b des Landwirtschaftsgesetzes (= «Öko-Massnahemen») und die damit verbundenen Direktzahlungen für unsere Umwelt? Führen sie zu einer Verminderung der Phosphor- und Stickstoffbelastung der Gewässer? Um diese Fragen zu klären, laufen seit 1996 am Institut für Umweltschutz und Landwirtschaft (IUL) zwei Projekte. In diesem Artikel wird das methodische…
Eine Intensivierung der Stickstoffdüngung von Naturwiesen vermindert den Kalziumgehalt des Futters. Dagegen wird der Gehalt an Phosphor und Magnesium kaum verändert. Die Wirkung der N-Düngung auf den Kaliumgehalt des Futters hängt von der Versorgung des Bodens mit diesem Element ab. Es zeigt sich auch, dass je häufiger eine Naturwiese genutzt wird, desto höher ist der…
An der RAP untersuchten wir elf neue Siliermittel, die den Gärverlauf verbessern und Fehlgärungen (Buttersäuregärung) verhindern sollen. Bei den Milchsäurebakterien-Impfzusätzen zeigte sich einmal mehr, dass die Wirksamkeit unter anderem vom Zuckerangebot und den zugesetzten Lakltobakterien abhängig ist. Im weiteren ergaben die Untersuchungen, dass die Keimzahl der Laktobakterien während der Lagerung bei einigen Produkten stark abnahm…
Presskuchen von Ölsaaten weisen im Vergleich zu Extraktionsschroten beträchtlich höhere Restfettgehalte auf. Dadurch können sie in der Wiederkäuerfütterung positive Effekte auf die Energieaufnahme und gegebenenfalls die Produktequalität haben. Hohe Fettmengen in der Ration führen aber zu Verzehrsdepressionen und tieferen Milcheiweissgehalten. Trotz dieser widersprüchlichen Qualitäten können Presskuchen in der Milchviehfütterung sinnvoll verwendet werden. Unerwünschte Inhaltsstoffe von…
Das Ziel der vorliegenden Untersuchung war es, die Wechselwirkungen zwischen einem Enzympräparat und einem Fütterungsantibiotikum auf die Wachstums- und Stoffwechselparameter bei Broilern zu untersuchen. Das Enzympräparat Bio-Feed Beta CT und das Antibiotikum Zinkbacitracin hatten in der ersten Wachstumsperiode (Tag 7 bis 21) eine positive Wirkung auf die Energieverwertung. Das enzympräparat verbesserte zudem in diesem Mastabschnitt…