Im Projekt Optimilch (2000–2004) wurde die produktionstechnische Umsetzbarkeit der Hochleistungs- oder High-Output-Strategie für Milchwirtschaftsbetriebe im schweizerischen Mittelland aufgezeigt. Die damals als erfolgsversprechend beurteilten betriebswirtschaftlichen Perspektiven der Strategie konnten erst mit einer Analyse der Vollkosten- Ergebnisse dieser Milchproduktionsbetriebe über den Zeitraum von 1999–2011 überprüft werden. Die Strategie erlaubte in der Tat eine deutliche Senkung der Produktionskosten…
Die französische Software AzoFert® basiert auf einer prognostischen, kompletten und dynamischen Stickstoffbilanz, um Empfehlungen für die Stickstoffdüngung zu erstellen. Die Software beruht auf einer Modellierung und einer Messung der mineralischen Stickstoffreserven zu Beginn der Bilanz, wobei die Düngungsempfehlung auf die spezifischen pedologischen, klimatischen und landwirtschaftlichen Bedingungen der betreffenden Parzelle abgestimmt wird. AzoFert® wurde bei 65…
Der Rapsstängelrüssler (Ceutorhynchus napi Gyll.) tritt in der Schweiz seit der Einführung des Rapsanbaus während des 2. Weltkrieges als Schädling dieser Kulturen auf. Der Einfluss des Schädlings auf den Ertrag und die Möglichkeit, eine Bekämpfungsschwelle festzulegen, wurde von 1981 bis 2008 untersucht. Der Rapsstängelrüssler befällt Rapskulturen im Winter, wenn die Boden- und Lufttemperaturen 5 °C…
Aus dem Zuchtprogramm von Agroscope wurden 2013 sechs neue tetraploide Sorten von frühreifem (Arcturus, Algira und Salmo) und spätreifem (Allodia, Vidalia und Soraya) Englischem Raigras (Lolium perenne L.) in die Schweizer Liste der empfohlenen Sorten für Futterpflanzen aufgenommen. Die Abstammung der drei frühen Sorten geht direkt auf diploides Schweizer Ökotypenmaterial zurück, das in den 1990er-Jahren…
Aktuell werden in der Schweizer Weizenproduktion Massnahmen zur Verbesserung der Qualität geprüft. Im Anbau kann die Qualität durch die Standortwahl, die Bewirtschaftung und die Sortenwahl beeinflusst werden. Um die Effekte von Sorte und Umwelt zu untersuchen, wurden im Bio-Weizenversuchsnetz in den Jahren 2012 und 2013 an zwölf Sorten umfassende Qualitätsuntersuchungen durchgeführt. Es wurde ersichtlich, dass…
Lein ist in der Schweiz trotz des Ölsaatenbeitrags eine wenig bedeutende Ölpflanze geblieben. Im Biolandbau konnte die Anbaufläche in den letzten Jahren aber stark ausgedehnt werden. Mit dem Ziel, die Ertragsstabilität zu verbessern, wurden in Kleinparzellenversuchen die Herbst- und die Frühjahrssaat sowie zwei verschiedene Erntetechniken – Direktdrusch und Schwaddrusch – miteinander verglichen sowie unterschiedliche Saatdichten…
Der Bestand an Honigbienen und weiteren Bestäuberinsekten ist in vielen Ländern der nördlichen Hemisphäre seit einigen Jahren rückläufig. Bislang ist nicht vollständig geklärt, wodurch dieser Rückgang verursacht wird. Es gibt jedoch starke Hinweise, dass die intensive Landwirtschaft Bestäuber negativ beeinflussen kann. Viele landwirtschaftliche Tätigkeiten haben einen Einfluss auf Bestäuberinsekten und damit auch auf die Arbeit…
Aus der Käseherstellung ergeben sich in der Schweiz jährlich 1 300 000 t Molke. 24 % davon werden bereits für Lebensmittelzwecke genutzt, 31 % zu höherwertigen Futtermitteln verarbeitet und noch 45 % direkt an Schweine verfüttert. Eine stärkere Verwendung der Molke in Lebensmitteln ist wünschenswert, wird jedoch durch das dezentrale und damit transportintensive Anfallen vergleichsweise…
Angesichts der wachsenden Dynamik internationaler Handelsbeziehungen gewinnt die Konkurrenzfähigkeit bezüglich der Umweltwirkungen von Schweizer Lebensmitteln gegenüber Importen an Bedeutung. Agroscope untersuchte die Umweltwirkungen von Weizenbrot, Futtergerste, Speisekartoffeln, Käse und Rindfleisch aus der Schweiz und aus wichtigen Importländern. Käse und Kartoffeln aus der Schweiz waren ähnlich oder günstiger zu bewerten als Importe. Beim Käse spielten das…
Die Schwarzbeinigkeit der Kartoffeln wird durch verschiedene Arten und Unterarten der pektinolytischen Bakterien verursacht. Bis 2012 wurden die meisten in der Schweiz beobachteten Krankheitssymptome durch Arten der Gattung Dickeya verursacht. 2013 wurden zwei neue Arten identifiziert, welche für verschiedene Fälle von Schwarzbeinigkeit verantwortlich waren. Dabei handelt es sich um Pectobacterium wasabiae und Pectobacterium carotovorum subsp.…
In den Jahren 2012 bis 2014 prüfte Agroscope an fünf Orten 18 diploide und 19 tetraploide Sorten Italienisches Raigras auf ihre Anbaueignung; vier beziehungsweise acht davon waren bereits empfohlen und wurden erneut Ausdauer, Toleranz gegenüber Wintereinflüssen, Resistenz gegen Blattkrankheiten und Bakterienwelke sowie Verdaulichkeit. In der diploiden Gruppe erfüllten die Neuzüchtungen Rabiosa und LI 0615 die…
In der Saatgutproduktion von Roggen und Triticale ist die Mindestkeimfähigkeit derKörner ein kritischer Faktor in der Saatgutqualitätsprüfung. Mechanische Beschädigungen, Auswuchs sowie hoher Schneeschimmelbefall können erhöhte Anteile an anomal entwickelten Keimlingen und toten Samen bewirken. Behandlungen von konventionellem Saatgut mit chemisch-synthetischen Beizmitteln sowie von Biosaatgut mit Cerall® können die Keimfähigkeit im Labor und im Boden verbessern.…
Das landwirtschaftliche Wissenssystem (LWS) in Europa war und ist auch heute noch häufig gekennzeichnet von der Idee des linearen Wissenstransfers von der Wissenschaft zu den Landwirten. Mit der Wende in der Agrarpolitik und der Einführung der Kopplung zwischen Umweltleistungen und Direktzahlungen am Ende des 20. Jahrhunderts haben sich insbesondere in der Schweiz neue Strukturen entwickelt.…
Sprenkelnekrosen gefährden Gerstenkulturen und führen zu bedeutenden qualitativen und quantitativen Ertragseinbussen. Die Symptome können durch physiologischen Stress verursacht werden, aber in erster Linie sind sie auf den Befall durch den Pilz Ramularia collo-cygni zurückzuführen. Bei fehlender Sporenbildung können die zwei Arten von Blattnekrosen praktisch nicht voneinander unterschieden werden. Um den Schadpilz zu bekämpfen, hat Agroscope…
Der Unterschied zwischen Qualitätsklassen und Qualitätslabels ist, dass letztere aufgrund von Produktionsverfahren vergeben werden, erste aufgrund des tatsächlichen Produktionsergebnisses. Da Labels stets auch mit Ideologien verknüpft sind – Bio richtet sich z. B. gegen den Produktivismus – und diese in der Gesellschaft immer weniger Gewicht haben, könnte angenommen werden, dass die Preisunterschiede zwischen Qualitätsklassen immer…
In den letzten Jahren und seit der Aufhebung des Mindestkurses durch die Schweizerische Nationalbank im Januar 2015 hat der Schweizer Franken gegenüber allen Währungen der wichtigsten Handelspartner der Schweiz stark an Wert gewonnen. Wir analysieren mit Hilfe empirischer Modelle, wie stark die aggregierten Exporte des Agrar- und Nahrungsmittelsektors auf eine Aufwertung des Schweizer Frankens reagieren.…
Für die Biodiversität im Landwirtschaftsgebiet unterstützt der Bund Biodiversitätsförderflächen (BFF) mit zwei verschiedenen Ansätzen. Beim Massnahmen-orientierten Ansatz (MOA) werden Landwirtinnen und Landwirte für festgelegte Massnahmen, beim Resultat-orientierten Ansatz (ROA) für festgelegte Resultate entschädigt. Von diesem zweiten Ansatz, der in der Schweizer Direktzahlungsverordnung auf dem MOA aufbaut, wird eine höhere Effektivität und Effizienz erwartet. Dies ist…